Lichtkunst in Fröndenberg/Ruhr


Nächte der Lichtkunst – Fröndenberg/Ruhr
9. Auflage - 23.10. – 06.11.2026
In der Zeit vom 23. Oktober bis zum 06.November ist es mit der 9. Auflage zur „Nächte der Lichtkunst“ wieder soweit, sich für diese wenig bekannten Kunstform begeistern zu können.
Fröndenberg/Ruhr nimmt auch in diesem Jahr wieder an der „Nacht der Lichtkunst“ teil, die sich in diesem Jahr sogar über einen längeren Zeitraum dem Publikum öffnet.
Das diesjährige Thema ist, Kunst aus den Depots in Kirchen und historischen Gebäuden zu präsentieren, denn viele Lichtkunstwerke lagern in Museen, bei Künstlerinnen und Künstlern und in Sammlungen. Durch die Präsentation in Kirchen oder an anderen Orten werden sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und so wird anders als im Museum die Erfahrung durch den Kontext intensiver und unmittelbarer.
Denn die Besucher erleben die Kunst in einem Raum, der bereits emotional und kulturell aufgeladen ist, was die Wirkung verstärkt. Das Konzept eröffnet faszinierende Möglichkeiten, Kunst, Spiritualität und Öffentlichkeit in neuen Bedeutungszusammenhängen zu verbinden. Kirchen sind öffentlich zugänglich und ziehen unterschiedliche Besuchergruppen an, die so mit zeitgenössischer Kunst in Berührung kommen.
Ausstellungsort der Lichtinstallationen wird in diesem Jahr die Fahrradkirche St. Josef, Graf-Adolf-Str. 66, 58730 Fröndenberg/Ruhr sein. Zwei Installationen werden ab Freitag, den 23.10.2026 ab 19:30 Uhr, in der Kirche zu betrachten sein.
Eine Installation stammt von Volkhard Kempter, der mit seiner Installation „LUMINI – Matrix 2026“, mehrere Lichtschirme in variablen Höhen von 5 bis 8,5 Metern in einer prozessorgesteuerten Lichtsteuerung, erstrahlen lässt. Mehrere der Lichtschirme sind unter dem gefalteten Zeltdach der Kirche St. Josef verteilt und durch ihre Lichtwirkung miteinander verknüpft. Im Gewölbe der Kirche St. Josef in Fröndenberg spiegelt sich die Semantik der besonderen Architektur sowohl im baulichen als auch im institutionellen Sinne wider: Schutz und Schirm, im Glauben.
Volkhard Kempter (*1961) lebt und arbeitet in Berlin widmet sich in seinem Werk den Schnittstellen von Rauminstallation, Objektkunst und Malerei. Ein zentrales Motiv seiner Arbeit ist die ästhetische und philosophische Reflexion über Licht und „Nichtlicht“. Die minimalistische Objektkunst transportiert ihren Inhalt über die eigene Form und Raumpräsenz. Dennoch erzielen die Installationen eine starke malerische Bildwirkung. Diese visuelle Klarheit kontrastiert bewusst mit dem Dunklen, dem sie entspringt, und führt zu einer künstlerischen „Klarstellung“ von Struktur und Raum.
Die andere Installation stammt von lepe Rubingh (*1974 in Rotterdam (NL), † 2020 in Berlin).
Am Rosenthaler Platz in Berlin ließ Iepe Rubingh ein riesiges, temporäres Gemälde entstehen. An den Zufahrten der großen Kreuzung vergossen vier Fahrradfahrende wasserlösliche und umweltfreundliche Farbe und die Wirklichkeit begann zu malen: Die Fahrzeuge des weiterfließenden Verkehrs zogen mit ihren Reifen die bunten Spuren.
Gezeigt und dargestellt wird diese Arbeit im Rahmen einer Videoinstallation auf einer großen Leinwand.
Eröffnet wird Fröndenbergs Beitrag zur 9. Auflage der „Nächte der Lichtkunst“ durch die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Fröndenberg/Ruhr, Gabriele Spiekermann, unter Begleitung von wirbelnden und fliegenden Leuchtstäben der Show- und Tanzformation Magic Motion. Der Künstler Volkhard Kempter wird an dem Abend ebenfalls anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen.
Für kleine Snacks und Getränke ist gesorgt.
Fahrradkirche St. Josef
Die katholische Kirche St. Josef in Fröndenberg-Westick wurde in den 1960er Jahren als einschiffiger Saalbau mit Satteldach aus Kupfer errichtet. 2021 wurde sie zur Fahrradkirche umgestaltet. Radfahrende auf dem Ruhrtalradweg finden hier verschiedene Möglichkeiten, um das Rad und die Seele aufzutanken, zur Ruhe zu kommen, sowie digitale Andachten zu erleben.
Die Nächte der Lichtkunst/9.Ausgabe werden vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der LWL-Kulturstiftung und dem RVR gefördert